Das Werk

Der Blick nach draußen

Ravin de la Creuse, entstand 1889 im Tal der Creuse. Das Werk verbindet die dramatische Topografie der Creuse mit Monets charakteristischer Beschäftigung mit Farbe, Licht und Atmosphäre. Innerhalb der hier zugrunde gelegten zehnteiligen Serie steht das Werk am Ende und bildet ihren krönenden Abschluss.

Das werk

Ravin de la Creuse

Das Gemälde zeigt eine tief eingeschnittene Landschaft, deren Felsformationen den Blick in Richtung des Wassers führen. Dunkle, violett-blaue und grüne Farbtöne treffen auf warme Ocker-, Rosa- und Goldnuancen im Wasser und am Himmel.

Monet beschreibt die Landschaft nicht in jedem Detail. Vielmehr verdichtet er sie zu einem Gefüge
aus Farbfeldern und Pinselstrichen. Die Wirkung des Ortes entsteht aus ihrem Zusammenspiel.

Die vorliegenden Werkunterlagen heben insbesondere Monets horizontale Pinselzüge, die lebhafte Farbgebung und die Konzentration auf Licht und Atmosphäre hervor.

Werkdaten

Das Werk auf einen Blick

Claude Monet
1840–1926

Ravin de la Creuse

Entstehungsjahr
1889

Technik
Öl auf Leinwand

Maße
73,2 × 73,2 cm

Die Werkunterlagen führen das Gemälde als Ravin de la Creuse,
mit auf der Rückseite angebrachter Signatur „Claude Monet“, und datieren es auf 1889.

Katalogisierung
Wildenstein Catalogue Raisonné
Band III, Köln 1996
Nr. 1227

DETAILS

Sehen Sie genauer hin.

Ein Gemälde von Monet erschließt sich nicht nur aus der Distanz. Je näher der Blick an die Leinwand heranrückt, desto deutlicher wird sichtbar, wie aus einzelnen Pinselzügen eine Landschaft entsteht.

DIE BEDEUTUNG DES WERKES

Wenn Landschaft zum Studium des Lichts wird

Für Monet ist die Landschaft der Creuse mehr als ein neues Motiv. Während seines Aufenthalts kehrt er immer wieder zu denselben Landschaftsausschnitten zurück. Die topografischen Gegebenheiten bleiben weitgehend bestehen – doch Licht, Wetter, Tageszeit und Atmosphäre verändern ihr Erscheinungsbild.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt seiner Malerei:
Nicht allein die Landschaft selbst wird zum Gegenstand. Ihre Veränderung wird zum Motiv.

Die Creuse-Kampagne gilt als wichtiger Schritt in der Entwicklung von Monets serieller Arbeitsweise. Das Art Institute of Chicago beschreibt die 1889 entstandenen Creuse-Gemälde als eine bewusst geplante Werkgruppe und hebt hervor, dass Monet die Idee des gemeinsamen Präsentierens der Bilder hier erstmals konsequent als Strategie einsetzte.

Ravin de la Creuse innerhalb der Serie
Ravin de la Creuse, wird dabei nicht isoliert betrachtet. Erst im Zusammenspiel mit den übrigen Werken der Serie wird sichtbar, was Monet untersucht: dieselbe Landschaft in unterschiedlichen Zuständen. Die definierte zehnteilige Serie führt diese Entwicklung bis zu Ravin de la Creuse.

AUSSTELLUNGen

Ein Werk mit Geschichte

Ausstellung

Munch Museum, Oslo, Norwegen
Februar 2027 – August 2027

Treviso · Case dei Carraresi
Monet, I luoghi della pittura
September 2001 – Februar 2002
Nr. 51

Das Werk wurde dort ausgestellt und im Ausstellungskatalog abgebildet.

Ein Bild. Eine Landschaft. Der Anfang von Monets Serien.

Ravin de la Creuse entstand in einem Frühjahr, in dem
Claude Monet die Landschaft der Creuse immer wieder
neu betrachtete.

Zwischen Felsen und Wasser suchte er nicht nach einem unveränderlichen Bild der Natur.

Er suchte nach dem Augenblick, in dem Licht aus einem vertrauten Motiv etwas Neues macht.

Ravin de la Creuse bewahrt einen dieser Augenblicke.